Stomatherapie

Was ist ein Stoma?

 

Stoma ist die Bezeichnung für einen an der Körperoberfläche liegenden künstlichen Zugang zu einem Hohlorgan. Die im Rahmen der kolorektalen Chirurgie wichtigen Stomata sind das Ileostoma oder Jejunostoma (künstlicher Dünndarmausgang) und das Kolostoma (künstlicher Dickdarmausgang). Diese können doppelläufig oder endständig und temporär oder permanent angelegt werden.

 

Wann wird ein Stoma angelegt?

 

Die Anlage eines Stomas ist z.B. im Rahmen von Notfalloperationen manchmal notwendig. Wenn z.B. eine Perforation (Durchbruch) des Darmes mit einer Peritonitis (Bauchfellentzündung) oder ein Ileus (Darmverschluss) vorliegt, kann es notwendig sein (meist nur zeitweise) einen künstlichen Darmausgang anzulegen. Eine Sondersituation liegt beim Rektumkarzinom vor. Hier kann es notwendig sein bei tiefsitzenden Tumoren entweder vorübergehend oder permanent einen künstlichen Darmausgang anzulegen. Die im Rahmen einer Rektumresektion vorübergehend angelegten Stomata können in der Regel ca. sechs Wochen nach dem Eingriff wieder zurückverlegt werden.

 

Was ist wichtig bei Operationen mit geplanter Stomaanlage?

 

Es ist sehr wichtig vor der geplanten Operation ein ausführliches Gespräch mit einer erfahrenen Stomatherapeutin durchzuführen. Diese kann gute und wichtige Ratschläge für die zukünftige Stomaversorgung geben. Außerdem wird der perfekte Sitz eines Stomas vor der geplanten Operation von der Stomatherapeutin angezeichnet. Dies ist insofern wichtig, weil ein Stoma an einer ungünstigen Stelle an der Bauchdecke (z.B. Hautfalte, Gürtelhöhe...) Schwierigkeiten bei der Versorgung machen kann und somit die Lebensqualität des betroffenen Patienten negativ beeinflussen kann.


Was passiert nach einer Operation mit einer Stomaanlage?

 

Nach Anlage eines künstlichen Darmausganges wird dieser in den ersten Tagen von der Stomatherapeutin versorgt. Anschließend werden Sie jedoch in der Stomaversorgung geschult, so dass Sie zur Entlassung selbstständig Ihr Stoma versorgen sollten. Wenn notwendig werden auch die Angehörigen mitgeschult. Vor der Entlassung bekommen Sie von der Stomatherapeutin das "Erstversorgerset" mit allen notwendigen Materialien für die Stomatherapeutin mit. Anschließend werden Sie von einem Sanitätshaus zuhause beliefert.

 

Welche Probleme können durch Stomata auftreten?

 

Auch Stomata können leider Probleme machen, so dass auch deswegen manchmal Operationen notwendig sind. Probleme mit einem Stoma können sein:

 

  • Prolaps: Vorfall von Darmschlingen
  • Stenose: Verengung der Öffnung
  • Retraktion: Zurückfallen des Darmes
  • Parastomale Hernie: Bruch an der Bauchdecke neben dem Stoma
  • Blutungen: meistens Schleimhautblutungen
  • Mazerationen der Haut: Hautveränderungen um das Stoma herum

 

 

Welche Therapieoptionen stehen zur Verfügung?

Je nach Ausprägung der o.g. Probleme kann entweder ein Wechsel des Versorgungssystems oder aber auch eine operative Therapie notwendig werden. Diese Entscheidung treffen wir als Chirurgen gemeinsam mit der Stomatherapeutin. Bei Problemen mit Ihrem Stoma können Sie sich gerne über unsere Darmsprechstunde vorstellen.

 

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