Narbenbruch (Narbenhernie)

Was ist ein Narbenbruch?

 

Beim Narbenbruch handelt es sich um eine Lücke des Bauchdeckengewebes, durch welche sich Eingeweide (u.a. Darm) nach außen vorstülpen kann. Narbenbrüche treten häufig auf (ca. 20% nach einer größeren Operation).

 

Wie entsteht ein Narbenbruch?

 

Es gibt viele Faktoren, die einen Narbenbruch begünstigen. Postoperative Störungen der Wundheilung, mehrfache Operationen durch die gleiche Narbe aber auch Übergewicht, Blutzuckererkrankung, bösartige Tumore und Nikotin fördern die Entstehung eines Narbenbruchs.

 

Wie macht sich ein Narbenbruch bemerkbar?

 

Häufig wird zunächst eine schmerzhafte Vorwölbung im Bereich der Narbe, meist nach körperlicher Belastung, wahrgenommen. In Ruhe bzw. im Liegen verschwindet die Vorwölbung meist. Schmerzen müssen nicht vorhanden sein. Weitere Symptome können Verdauungsbeschwerden und Änderung des Stuhlverhaltens sein. Gefährlich sind kleine Bruchlücken, denn hier ist die Gefahr einer Einklemmung (z.B. von Dünndarmanteilen) besonders groß.

 

Wie wird ein Narbenbruch diagnostiziert?

 

Die Diagnose "Narbenbruch" wird in der Regel durch eine körperliche Untersuchung gestellt. Bei unsicherem Befund kann zur Diagnosesicherung eine Ultraschall- oder Computertomographie durchgeführt werden.

 

Muss ein Narbenbruch operiert werden?

 

Ein Narbenbruch ist eine Indikation zur operativen Therapie. Das Intervall zur Erstoperation sollte zur Erholung der Bauchdecken ungefähr sechs Monate betragen.

 

Welche Operationsverfahren gibt es?

 

In den letzten Jahren hat eine Vielzahl von Untersuchungen gezeigt, dass die besten Ergebnisse erzielt werden, wenn Bauchdecken mit Hilfe eines Kunststoffnetzes verstärkt werden. Die Operation kann entweder offen oder laparoskopisch erfolgen. Bei der offenen Operation werden die Bindegewebsschichten der Bauchdecke mit einer Naht zusammengeführt und dann mit Hilfe eines Netzes verstärkt. Diese Operation hat den Vorteil, dass die Bauchdecke wieder rekonstruiert wird. Nachteilig ist das größere Zugangstrauma.

 

Bei der laparoskopischen Technik wird die Bruchpforte mit einem speziell beschichteten Netz von innen überbrückt. Die Beschichtung verhindert Verwachsungen zwischen dem Netz und den Eingeweiden. Vorteil dieser Methode ist ein geringeres Bauchdeckentrauma. Welches Verfahren bei Ihnen am sinnvollsten eingesetzt werden kann, ist abhängig vom Ausmaß des Bruchs, von der Art der Voroperation(en) und natürlich von Ihren eigenen Wünschen. Wir beraten Sie gerne über die verschiedenen Möglichkeiten in unserer Sprechstunde.

 

Wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt?

 

Sie müssen in der Regel drei bis sechs Tage in unserer Klinik verbringen (einschließlich Operationstag).

 

Auf was muss ich nach meiner Narbenbruchoperation achten?

 

Ab wann Sie wieder Ihre gewohnten Tätigkeiten aufnehmen können, wird vom Operationsverfahren, aber auch von Ihnen selbst mit bestimmt. Duschen dürfen Sie in Abhängigkeit von der Wundheilung und dem Operationsverfahren ab dem 3. postoperativen Tag mit einem Duschpflaster.

 

Ab wann darf ich mich wieder körperlich belasten?

 

Stärkere körperliche Belastungen und das Heben größerer Lasten (über 10 KG) sollten Sie in den ersten drei postoperativen Monaten vermeiden.

Es kann sein, dass Sie in den ersten Tagen und Wochen noch leichte Beschwerden im Bereich des Operationsgebietes verspüren. In der Regel werden diese Symptome nach vier Wochen verschwinden. Falls die Beschwerden darüber hinaus weiter bestehen, sollten Sie unsere Sprechstunde oder Ihren Hausarzt aufsuchen. Bei der Operation über eine Bauchspiegelung gibt es eine Besonderheit. Hier kommt es nicht selten (15-20%) zu einer Flüssigkeitsansammlung zwischen dem Netz und der Bauchdecke. Sie bemerken in diesem Fall eine Schwellung der Haut. Das ist nicht schlimm und vergeht meist nach einiger Zeit von selbst.

 

Wann muss ich zur ärztlichen Kontrolle in die Sprechstunde?

 

Während des stationären Aufenthaltes finden im Rahmen der täglichen Visiten die ersten Nachuntersuchungen und Verbandswechsel statt. Während des stationären Aufenthaltes findet die erste Nachuntersuchung und der erste Verbandswechsel statt. Die weiteren Untersuchungen - sofern notwendig - finden durch den Hausarzt statt. Im Rahmen der Qualitätskontrolle durch das Herniamed (www.herniamed.de) Register, wird ihr Hausarzt nach einem Jahr angeschrieben, um nachzufragen, wie es Ihnen bzw. Ihrer Bauchwand geht.

 

Zusammenfassung zum Narbenbruch als pdf herunterladen -->

 

 

zurück zur Übersicht -->