Leberchirurgie

Die Leberchirurgie stellt einen der Schwerpunkte der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Ernst von Bergmann Klinikum dar. Es kommen modernste Operationsverfahren, einschließlich minimal invasiver Techniken zum Einsatz.

 

 

Gutartige Leberertumoren

Zu den gutartigen Erkrankungen der Leber zählen das Hämagiom, die Fokal noduläre Hyperplasie (FNH) sowie das Adenom.

 

Hämangiom

 

Das Hämangiom (Blutschwamm) ist der häufigste gutartige Tumor der Leber. Er tritt überwiegend bei Frauen auf. Nur ganz selten verursachen die Hämangiome Beschwerden durch Einblutung oder Verdrängung (bei sehr großen Hämgiomen). Nur in den seltensten Fällen muss daher eine chirurgisache Therapie erfolgen.

 

Fokal noduläre Hyperplasie (FNH)

 

Die FNH ist durch eine gutartige Anhäufung von Leberzellen charakterisiert und tritt überwiegend bei Frauen zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auf. Es besteht ein Einfluss von hormonellen Kontrazeptiva auf das Wachstum dieses Tumors. Eine operative Therapie kommt nur bei nicht eindeutiger Diagnose oder Beschwerden in Betracht.

 

Leberzelladenom

 

Das Leberzelladenom entsteht im Zusammenhang mit der Einnahme oraler Kontrazeptiva bzw. Steroide. Bis zu 60% der Patienten werden symptomatisch (durch Ruptur bzw. Eimblutung des Tumors). Das Leberzelladenom kann in etwa 10% der Fälle maligne entarten. Daher besteht immer die Indikation zur chirurgischen Therapie.

 

 

Bösartige Lebertumoren

Bei den bösartigen Tumoren der Leber unterscheidet man zwischen primären Malignomen und Metastasen, die sich in der Leber angesiedelt haben. Bei den primären bösartigen Lebertumoren steht das hepatozelluläre Karzinom (HCC) an erster Stelle. Es gehört weltweit zu den häufigsten bösartigen Tumoren.

 

Wie entsteht das HCC?

 

Größter Risikofaktor ist die Leberzirrhose auf der Basis von chronischen Hepatitisinfektionen bzw. äthyltoxischer Ursache.

 

Wie macht sich ein HCC bemerkbar?

 

Die Symptome treten in der Regel spät auf und sind unspezifisch: Druckschmerz, Völlegefühl, Gewichtsverlust, Leistungsknick. Bei Vorliegen einer Leberzirrhose sind die Symptome der Lebererkrankung im Vordergrund.

 

Wie wird ein HCC diagnostiziert?

 

  • Ultraschall des Bauchraums
  • Röntgen Thorax
  • CT des Bauchraums
  • Labor: α1-Feto-Protein (AFP), Hepatitis-Serologie, Leberfunktion

 

Wie wird ein HCC therapiert?

 

Leberresektion

Bei nicht zirrhotischer Leber stellt die Leberresektion das Verfahren der Wahl dar. Selbst bei großen Tumoren kann in dieser Situation eine ausgedehnte Leberresektion erfolgen, da die nicht vorgeschädigte Leber ein hohes Regenerationspotential aufweist. Liegt allerdings bereits eine Leberzirrhose vor, kann je nach Stadium der Zirrhose maximal ein Leberlappen entfernt werden. In der Regel kommen dann jedoch nur lokale Resektionen in Frage.

 

Lebertransplantation

Bei Patienten mit einem HCC in Leberzirrhose wird durch die Transplantation sowohl der Tumor als auch die zugrundeliegende Leberzirrhose als Risikofaktor für die HCC Entstehung behandelt. Das neue Organ kann von einem hirntoten Organspender oder einem nahestehenden Verwandten (Lebendspende) zur Transplantation gelangen. Kommt eine Transplantation nicht in Frage, können je nach Tumorgröße und Leberfunktion eine Resektion oder alternativ die Tumorablation bzw. Chemoembolisation durchgeführt werden. Als akademisches Lehrkrankenhaus arbeiten wir bei der Indikationsstellung eng mit dem Transplantationszentrum der Charité zusammen.

 

Alternative Therapiemöglichkeit - lokale Tumorablation

Bei diesem Verfahren wird lokal durch Applikation von Wärme, Radioaktivität oder Chemotherapeutika ein Tumorzerfall hervorgerufen. Da die Ergebnisse denen der Transplantation oder auch der chirurgischen Resektion unterlegen sind, kommen diese Möglichkeiten nur bei Patienten mit fortgeschrittener Leberzirrhose in Frage, bei denen keine Transplantation oder Resektion möglich ist. Allerdings darf die Tumorgröße möglichst nicht 4-6 cm überschreiten.

 

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Lebermetastasen

Lebermetastasen treten am häufigsten im Zusammenhang mit kolorektalen Karzinomen auf. Therapie der Wahl ist die chirurgische Resektion kombiniert mit einer Chemotherapie. Am Klinikum Potsdam wird die Therapieplanung jedes einzelnen Patienten gemeinsam mit den Gastroenterologen, Onkologen, Strahlentherapeuten, Radiologen und Pathologen festgelegt. Falls beide Leberlappen befallen sind, kann eine zweizeitige Resektion durchgeführt werden. Sollte das zu erwartende Restvolumen der Leber kritisch klein sein, kann einige Wochen vor dem geplanten Eingriff durch eine Embolisation der Pfortader eine Vergrößerung des zu erhaltenden Leberlappens herbeigeführt werden. Eine präoperative Chemoptherapie kann in manchen Fällen durch eine Verkleinerung des Tumorvolumens die Resektabilität erhöhen, gerade wenn die Metastase nah an lebenswichtigen Strukturen lokalisiert ist. Komplementär zur chirurgischen Resektion kommt in unserer Klinik auch die lokale Ablation des Tumors durch Hitzezuführung oder Einspritzen von Chemotherapeutika zur Anwendung.

 

 

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