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Magen und Speiseröhre (Ösophagus)

Am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam behandeln wir das gesamte Spektrum an Magen- und Speiseröhrenerkrankungen. Es kommen modernste Operationsverfahren, einschließlich minimal invasiver Techniken zum Einsatz.

Sodbrennen (Reflux Erkrankungen)

Was versteht man unter Reflux Erkrankung?

 

Bei der Reflux Erkrankung kommt es zu einem pathologischen Zurückfließen von saurem Magensaft in die Speiseröhre. In der Folge kann es dadurch zu einer Entzündung der Speiseröhre kommen (Refluxösophagitis). Als Langzeitfolge kann der Reflux unbehandelt sogar zu einer bösartigen Entartung der Speiseröhrenschleimhaut führen.

 

Wie entsteht die Reflux Erkrankung?

 

Ursache ist eine Insuffizienz des Verschlussmechanismus im Bereich des Übergangs von der Speiseröhre in den Magen. Der Ruhedruck des unteren Speiseröhrenmuskels wird zusätzlich durch Nikotin, Alkohol, Fettsäuren und Nitrate herabgesetzt, wodurch sich der Reflux verstärken kann.

 

Wie macht sich der Reflux bemerkbar?

 

Typische Leitsymptome sind Sodbrennen, Schmerzen hinter dem Brustbein und Schluckbeschwerden. Typischerweise werden die Schmerzen beim Bücken. Liegen und nach den Mahlzeiten verstärkt wahrgenommen. Weitere Symptome sind morgendliche Heiserkeit, Räuspern und ein saurer Geschmack im Mund nach dem Aufstehen. Durch stille Aspiration von Säure in die Atemwege kann es sogar zum Lungeninfektionen oder Bronchitis kommen.

 

Wie wird die Reflux Erkrankung diagnostiziert?

 

Eine wichtige und absolut notwendige Untersuchung ist die Spiegelung von Speiseröhre und Magen (Ösophagogastroskopie). Hierbei eine entzündliche Veränderung der Speiseröhre festgestellt und klassifiziert werden. Auch können bei Veränderung der Speiseröhre Gewebeproben entnommen werden. Darüber hinaus muss eine 24h-pH-Metrie (Säuremessung) der Speiseröhre durchgeführt werden. Mit Hilfe dieser Untersuchung wird festgestellt, ob eine zu starke Säureexposition überhaupt die Ursache der Beschwerden ist. Zusätzlich können eine Druckmessung der Speiseröhrenmuskulatur sowie eine Röntgenuntersuchung des Schluckaktes durchgeführt werden. Mit Hilfe der Röntgenuntersuchung kann festgestellt werden, ob zusätzlich ein Zwerchfellbruch vorliegt, der ggf. chirurgisch mitbehandelt werden kann.

 

Wie wird die Reflux Erkrankung therapiert?

 

An erster Stelle steht die konservative medikamentöse Behandlung. Mit Hilfe von Säureblockern (Protonenpumpenhemmern) wird die Produktion von Salzsäure im Magen vermindert. Diese Therapie muss meist lebenslang durchgeführt werden. Erst wenn die konservative Therapie ausgereizt ist, oder wenn der Patient nicht dauerhaft medikamentös behandelt werden möchte, kommt eine chirurgische Therapie in Frage.

 

 
Welche Operationsverfahren gibt es?

 

Die klassische Operation ist die sog. Fundoplikatio. Hierbei wird um den unteren Anteil der Speiseröhre eine Manschette des oberen Magenanteils geschlungen. Dadurch kommt es letztendlich zu einer Verstärkung des Verschlussmechanismus der unteren Speiseröhrenmuskulatur. In der Regel wird bei dieser Operation auch eine fast immer bestehende Zwerchfellhernie (Bruch) operativ mitversorgt. Es gibt prinzipiell zwei unterschiedliche Formen der Fundoplikatio, nämlich die 360° (Fundoplikatio nach Nissen-Rosetti) bzw. die 180° (Fundoplikatio nach Toupet) Fundoplikatio.

Welches Verfahren für Sie in Frage kommt, wird nach der entsprechenden Diagnostik für Sie festgelegt. Beide Verfahren werden standardmäßig in minimal invasiver Technik durchgeführt (vier bis fünf kleine Schnitte im Oberbauch). Die Operation dauert 60-90 Minuten.

 

Wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt?

 

Sie müssen in der Regel drei bis vier Tage (einschließlich OP-Tag) in unserer Klinik verbringen.

 

Auf was muss ich nach meiner Anti-Reflux-Operation achten?

 

Vermeiden Sie

  • Heben schwerer Lasten (> 1 kg) für vier Wochen,
  • Magenüberdehnungen (Ernährung: meiden Sie Süßes, Scharfes, Kohlensäuregetränke, Alkohol und Nikotin). Extrem wichtig ist, dass Sie bewusst langsam essen und gut kauen. Vermeiden Sie unbedingt das "Herunterschlingen" von Speisen.

 

Ab wann darf ich mich wieder körperlich belasten?

 

  • Schauspieler, Sänger, Tänzer: Singen und Tanzen belastet das Zwerchfell, beginnen Sie erst 4 Wochen nach der Fundoplikatio mit Stimmübungen.
  • Sportler: Gehen, Wandern (ohne Rucksack) ist ab dem 4. Tag nach der Fundoplikatio erlaubt. Laufen und Schwimmen erst nach der Entfernung der Hautnähte (zehn Tage nach der Operation). Schifahren, Fussball, Radfahren erst vier Wochen nach der Fundoplikatio. Das Heben schwerer Lasten (Bodybuilding) kann immer zu einer Zerstörung der Fundoplikatio und der Zwerchfellnähte führen.

 

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Gutartige Erkrankungen des Magens

Magen Magengeschwür (Ulcus)

 

Was ist ein Magengeschwür?

 

Beim Magengeschwür handelt es sich um eine Ulzeration/Nekrose der Magenschleimhaut bzw. der Magenwand.

 

Wie entsteht ein Magengeschwür?

 

Die regelmäßige Einnahme von bestimmten Schmerzmitteln, Steroiden sowie Alkohol und Nikotinabusus fördern die Entstehung eines Magengeschwürs. Weitere Ursachen sind bakterielle Infektionen mit Helicobacter Pylori aber auch Stress.

 

 
Wie macht sich ein Magengeschwür bemerkbar?

 

Druckgefühl und Schmerzen im Oberbauch. Chronischer Blutverlust, Appetitlosigkeit, allgemeine Schwäche.

 

Wie wird ein Magengeschwür diagnostiziert?

 

Die Diagnose erfolgt durch eine Magenspiegelung.

 

Wie wird ein Magengeschwür behandelt?

 

In der Regel werden die Magengeschwüre medikamentös durch die Einnahme von Säureblockern behandelt. Wurde bei der Magenspiegelung durch eine Probeentnahme eine Infektion mit Helicobacter festgestellt, muss dieser "eradiziert" werden. Dies erfolgt mit einer Antibiotikatherapie plus Säureblocker. Nach sechs Wochen wird dann zur Erfolgskontrolle eine erneute Magenspiegelung.

Eine chirurgische Therapie kommt praktisch nur bei Komplikationen eines Magengeschwürs (Magenausgangsenge, Perforation, starke, endoskopisch nicht stillbare Blutung) in Frage.

 

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Magenpolypen

 

Was sind Magenpolypen?

 

Magenpolypen sind prinzipiell gutartige Ausstülpungen der Magenschleimhaut. Adenome können bösartig werden. Sie treten meist jenseits des 60. Lebensjahres auf.

 

Wie machen sich Magenpolypen bemerkbar?

 

Magenpolypen verursachen keine spezifischen Beschwerden. Größere Polypen können ein Druckgefühl verursachen. Es kann auch zu chronischen Blutungen kommen, die im Verlauf zu allgemeiner Schwäche und Abgeschlagenheit führt.

 

Wie werden Magenpolypen diagnostiziert?

 

Durch eine Magenspiegelung

 

Wie werden Magenpolypen behandelt?

 

Polypen sollten (endoskopisch) abgetragen werden, nicht zuletzt um definitiv eine histologische Diagnose zu bekommen. Außerdem besteht ein Entartungsrisiko. Nur in seltenen Fällen muss eine Operation durchgeführt werden.

 

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Gutartige Magenwandtumoren

Was sind gutartige Magenwandtumore?

 

Magenwandtumore gehen meist von der Muskulatur des Magens aus. Es handelt sich hierbei um Leiomyome, Neurinome, Neurofibrome u.ä. Tumore.

 

Wie machen sich Magenwandtumore bemerkbar?

 

Die Symptome sind sehr unspezifisch (Druckgefühl, bzw. Druckschmerz im Oberbauch)

 

Wie werden Magenwandtumore diagnostiziert?

 

Durch Magenspiegelung, Endosonographie, CT

 

Wie werden Magenwandtumore behandelt?

 

Meist können diese Tumore kombiniert endoskopisch chirurgisch entfernt werden.

 

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Bösartige Erkrankungen des Magens

Magenkarzinom

 

Der Magenkrebs (Magenkarzinom) ist eine bösartige Tumorerkrankung, die von der Magenschleimhaut ausgeht. Der Tumor wächst zuerst in der Magenwand, kann sich aber in fortgeschrittenen Stadien auf Nachbarorgane ausdehnen. Zusätzlich können sich die Tumorzellen innerhalb der Lymphbahnen sowie im Blut ausbreiten und zu Absiedlungen in anderen Organen (Metastasen) führen.

 

Wie entsteht das Magenkarzinom?

 

Das Magenkarzinom entsteht letztlich durch genetische Zellveränderungen. Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, welche die Entstehung eines Magenkarzinoms begünstigen.

 

1. Ernährung

Häufiger Verzehr von gegrillten und geräucherten Gerichten, stark gepökelte und gesalzene Speisen. Frisches Obst und Gemüse wirken protektiv.

 

2. Chronische Magenschleimhautentzündungen und Polypen

Es gibt einen Zusammenhang zwischen chronischen Entzündungen der Magenschleimhaut, insbesondere bei einer Infektion mit dem Bakterium Helicobacter Pylori, und der Entstehung eines Magenkarzinoms. Auch Magenpolypen haben ein Entartungsrisiko.

 

Wie macht sich das Magenkarzinom bemerkbar?

 

Meist berichten die Patienten über Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen. Häufig ist auch eine plötzlich auftretende Abneigung gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln (Kaffee, Fleisch) anzutreffen. Allgemeine Symptome der Krebserkrankung sind Leistungsschwäche und Gewichtsabnahme. Bei Magenblutungen kommt es zu schwarzem Stuhl (Teerstuhl).

 

Wie wird das Magenkarzinom diagnostiziert?

 

Die wichtigste und erste Untersuchung ist die Magenspiegelung, bei welcher eine Biopsie des Tumors entnommen und die Diagnose gestellt wird. Eine Ultraschalluntersuchung (Endosonographie) kann die Ausdehnung des Tumors innerhalb der Magenwand beurteilen. Wichtig ist auch eine Computertomographie des Bauch- und Brustraums, um mögliche Fernmetastasen auszuschließen.

 

Wie wird das Magenkarzinom therapiert?

 

In unserer Klinik entscheidet ein Ärzteteam im Rahmen einer Tumorkonferenz, welche Therapie für Sie am besten geeignet ist. Die Strategie richtet sich vor allem nach dem Tumorstadium und der Lokalisation. Im Zentrum der Behandlung steht meistens die Operation. Allerdings kann in sehr frühen Tumorstadien, wenn das Karzinom auf die Schleimhaut begrenzt ist, auch eine rein endoskopische Therapie erfolgen. Weitaus häufiger muss jedoch eine Entfernung des Magens durchgeführt werden. Dann wird der Dünndarm direkt an die Speiseröhre angeschlossen. Unter bestimmten Umständen, wenn der Tumor im unteren Magenanteil lokalisiert ist, kann ein Teil des Magens erhalten werden. Zusätzlich werden immer alle dem Magen zugehörigen Lymphknoten entfernt.

 

Bei fortgeschrittenen Tumorstadien führen wir in der Regel erst eine Chemotherapie durch. Hierdurch werden die Krebszellen abgetötet und der Tumor lokal verkleinert. In aller Regel ist die Chemotherapie gut verträglich. Nach Beendigung der Chemotherapie erfolgt nochmals eine Diagnostik (Magenspiegelung und CT). Die Operation wird etwa vier bis fünf Wochen nach Beendigung der Chemotherapie durchgeführt. Es hat sich gezeigt, dass es sinnvoll ist, nach der Operation noch eine weitere Chemotherapie anzuschließen.

 

Wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt?

 

6h nach der Operation dürfen Sie bereits etwas trinken. Der Kostaufbau beginnt in den Folgetagen. Bei unkompliziertem Verlauf können Sie das Krankenhaus bereits nach zehn Tagen wieder verlassen. Während des Krankenhausaufenthaltes werden Sie von unseren Ernährungsspezialisten individuell beraten. Darüber helfen wir Ihnen bei der Beantragung einer geeigneten Reha-Maßnahme. Auch die weitere Therapie wird mit Ihnen genauestens besprochen, so dass Sie bei der Entlassung einen exakten, individuellen Fahrplan über die Maßnahmen in der Folgezeit haben werden.

 

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