Psychosomatische Medizin

Ärztlicher Leiter

Priv.-Doz. Dr. med. Frank Zimmermann-Viehoff

 

Tel.: 0331. 241 - 3 8635

Fax: 0331. 241 - 3 7500

E-Mail: fzimmermann-viehoff(at)klinikumevb.de

 

 

Welche Krankheitsbilder werden behandelt?

Unter Psychosomatik wird im Allgemeinen die Lehre der wechselseitigen Beziehungen zwischen Körper und Seele verstanden. Als psychosomatische Störungen begreifen wir Erkrankungen, bei denen sowohl körperliche als auch seelische Faktoren für die Entstehung, die Ausprägung und den Verlauf von Symptomen und Störungen bedeutsam sind.

In der modernen Medizin wird für viele Erkrankungen ein „bio-psycho-soziales“ Entstehungsmodell angenommen. Hierunter versteht man, dass erst durch ein spezifisches Zusammenspiel biologischer (z.B. eine ererbte erhöhte Erregungsbereitschaft des autonomen Nervensystems), seelischer (z. B. unbewusste Konflikte, Lernvorgänge) und sozialer (Stress, Arbeitsbelastung) Faktoren körperliche Symptome und Krankheiten entstehen können. 

 

Wie kann ich mich behandeln lassen?

Patienten werden ausschließlich geplant nach einem Vorgespräch zur Klärung der Indikation aufgenommen. Hierzu ist in der Regel eine Einweisung durch niedergelassene Ärzte oder Psychotherapeuten erforderlich. Patienten, die im Klinikum Ernst von Bergmann in den somatischen Bereichen behandelt werden, können nach psychosomatischen Konsil aufgenommen oder (im Einzelfall) auch direkt nach Abschluss der körperlichen Therapie auf unsere Station übernommen werden. 

Unsere Behandlungsschwerpunkte liegen in folgenden Bereichen:

 

Somatoforme bzw. funktionelle Störungen

Unter somatoformen und funktionellen Störungen versteht man Beschwerden an unterschiedlichen Stellen des Körpers, bei denen das Organ selbst nicht geschädigt, in seiner Funktion jedoch häufig beeinträchtigt ist. Betroffene Organsysteme sind der Magen-Darm-Trakt (z.B. Reizdarmsyndrom), das Herz-Kreislaufsystem (z.B. funktioneller Brustschmerz) oder das Urogenitalsystem (z.B. Reizblase). Zugrunde liegt häufig eine Fehlfunktion des so genannten vegetativen (autonomen) Nervensystems. Dieser Teil des Nervensystems steuert Körpervorgänge wie Herzschlag, Atmung und Verdauung. Begleitend treten häufig auch weitere vegetative Beschwerden wir Schlafstörungen, Erschöpfbarkeit, Kopfschmerzen, Hitzewallungen oder Muskelverspannungen auf. Symptome können auch an mehreren Organsystemen gleichzeitig auftreten oder sich im Verlauf der Erkrankung verlagern. Häufig leiden die Patienten unter ausgeprägten Ängsten, an einer bedrohlichen körperlichen Krankheit zu leiden.

 

 

Chronische Schmerzsyndrome

Chronische Schmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität und haben häufig weitreichende psychosoziale Folgen, zum Beispiel depressive Verstimmungen, Arbeitsunfähigkeit oder sozialen Rückzug. Dies führt häufig zu einer Verstärkung der Schmerzwahrnehmung, so dass sich Teufelskreise entwickeln können, die durch eine organisch orientierte Schmerztherapie alleine nur schwer zu durchbrechen sind. Ferner können schmerzliche Vorerfahrungen, z.B. körperliche oder seelische Traumata im „Schmerzgedächtnis“ des Körpers gespeichert werden und somit die Entstehung chronischer Schmerzsyndrome begünstigen. Bei länger als 6 Monate andauernden und beeinträchtigenden Schmerzen sollte daher eine psychosomatische Diagnostik und gegebenenfalls eine Mitbehandlung erfolgen. 

 

 

Körperlich-psychische Komorbidität

Hierunter verstehen wir das gleichzeitige Vorliegen körperlicher und psychischer Erkrankungen. Studien belegen, dass etwa ein Drittel der Patienten in Abteilungen für Innere Medizin mindestens eine psychische Begleiterkrankung haben. Diese kann wiederum die körperliche Erkrankung ungünstig beeinflussen. So erhöht eine Depression beispielsweise das Herzinfarktrisiko und verschlechtert die Prognose einer koronaren Herzkrankheit. Im Rahmen unseres psychiatrisch-psychosomatischen Konsildienstes können solche begleitenden psychischen Störungen auf den somatischen Stationen diagnostiziert werden. Wo notwendig, erfolgt die stationäre Diagnostik und Therapie auf unserer Station in enger Zusammenarbeit mit den somatischen Fachdisziplinen.

Psychische Störungen können  als Reaktion auf eine schwere akute oder chronische Erkrankung auftreten. Am häufigsten kommen depressive Syndrome oder Angststörungen vor z.B. im Zusammenhang mit der Diagnose und Behandlung einer Krebserkrankung. Ziel einer psychosomatischen Behandlung ist hier die Förderung der Krankheitsbewältigung, die Aktivierung von Ressourcen und Verbesserung der Lebensqualität.

 

 

Patienten in akuten suizidalen Krisen sowie Patienten, die an einer akuten Psychose oder an einer Demenz erkrankt sind, werden ebenso wie Patienten mit im Vordergrund stehenden Abhängigkeitserkrankungen weiter am Standort In der Aue stationär psychiatrisch behandelt. 

 

 

Wie wird behandelt?

Psychotherapie im Gruppen- und Einzelsetting stellt einen Schwerpunkt der stationären Behandlung dar. Die Klinik folgt hierbei einem schulenübergreifenden Ansatz, der sowohl tiefenpsychologisch fundierte wie auch kognitiv-verhaltenstherapeutische und systemische Ansätze integriert. Ebenso werden non-verbale psychotherapeutische Verfahren wie Ergotherapie, Gestaltungstherapie, Tanztherapie und Entspannungsverfahren angewandt.

 

Begleitende körperliche Erkrankungen werden selbstverständlich mitbehandelt; wo erforderlich, erfolgt dies in Kooperation mit den somatischen Fachdisziplinen.

 

Das multiprofessionelle Team (Pflegepersonal, Ärztinnen und Psychologische Psychotherapeutin, Ergotherapeut, Sozialarbeiterin und Krankengymnastin) unterstützt Patienten in der Krankheitsverarbeitung, bei Verlusterfahrungen, im Bewältigen von akuten Krisen und in der Planung weiterführender, ambulanter Therapieangebote (z.B. Psychotherapie, Selbsthilfegruppe). Hierbei sind ihre subjektiven Krankheitsmodelle, die erfolgreiche Verarbeitung früherer Krisen und fortbestehende Ressourcen einzubeziehen und gesundheitsfördernd zu nutzen.                                                                                                                                                               

Die Entwicklung von Psychotherapiebereitschaft bei Patienten mit somatischem Krankheitsverständnis ist ein weiterer Schwerpunkt. Die Behandlung erfolgt stationär, teilstationär oder auch ambulant und orientiert sich an der notwendigen Therapiedichte der einzelnen Patienten. 

 

 

 

Ambulanz für Psychosomatische Medizin

Charlottenstr. 72 | 14467 Potsdam

Gebäude S

0331. 241 - 3 7586

Info-Angebot

Interessierte Patienten und Angehörige sind herzlich eingeladen, sich im wöchentlich stattfindenden Info-Café über die Tagesklinik für Psychosomatik zu informieren. Ihre Fragen werden beantwortet, Sie können die Räumlichkeiten besichtigen und erhalten Informationen rund um das Behandlungsangebot.

 

Info-Angebot, jeden Dienstag, 15:00 Uhr bis ca 15:30 Uhr

Sie finden uns im Gebäude Q, Ebene 1.

Zugang über die Gutenbergstraße / Einfahrt Kindernotaufnahme.

 

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich!

Unsere Station und Tagesklinik

Bereich Psychosomatische Medizin

Standort Charlottenstraße 72, 14467 Potsdam

 

 
Station für Psychosomatische Medizin

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Tagesklinik für Psychosomatische Medizin

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Ambulanz für Psychosomatische Medizin

Gebäude S

Tel.: 0331. 241 - 3 7586