Ernst von Bergmann

Ernst von Bergmann (1836 – 1907) war einer der bedeutendsten deutschen Chirurgen und Pionier der Neurochirurgie am Ende des 19. Jahrhunderts.

 

Als Allgemeinchirurg im zur damaligen Zeit in der Chirurgie weltweit führenden Deutschland befasste sich Ernst von Bergmann als einer der Ersten, veranlasst durch aktuelle Kriegsereignisse (Preußisch-Österreichischer 1866, Deutsch-Französischer 1870/1871 und Russisch-Türkischer Krieg 1877/1878), mit der Chirurgie des Zentralen Nervensystems. Ernst von Bergmann veröffentlichte bereits 1887 seine wichtige und international weit verbreitete Monographie „Die chirurgische Behandlung von Hirnkrankheiten“ und damit das weltweit erste Werk über die Neurochirurgie.

 

Weitere Verdienste Bergmanns sind die Einführung der Asepsis bei der Wundbehandlung, in der Hirn- und Kriegschirurgie (durch den Einsatz dampfsterilisierter Verbandsmaterialien bei der Wundversorgung ging die Zahl der gefährlichen Wundinfektionen deutlich zurück) und seine Methode der streng konservativen Behandlung der Verletzungen des Kniegelenks, die er nicht mehr operativ behandelte, sondern nach Bandage mit dem Listerschen Wundverband im Gipsverband ruhigstellte. Auf diese Weise ließen sich die tödlichen Verläufe dieser Verletzung dramatisch reduzieren.

Über mehrere Jahre leitete er als Präsident die „Deutsche Gesellschaft für Chirurgie“. Im Jahr 1904 war er einer der Mitbegründer der „Zeitschrift für ärztliche Fortbildung“, heute weitergeführt unter dem Namen „Zeitschrift für ärztliche Fortbildung und Qualitätssicherung“ (ZaeFQ). Für Verdienste um die ärztliche Fortbildung wird die Ernst-von-Bergmann-Plakette vom Präsidenten der Bundesärztekammer und vom Deutschen Ärztetag auf Beschluss des Vorstands der Bundesärztekammer verliehen.

Kurzbiographie

  • * 16. Dezember 1836 in Riga, † 25. März 1907 in Wiesbaden

  • 1854 - 1860 Medizinstudium in Dorpat (Estland)

  • 1860 Promotion und bis 1871 Assistent bei Georg Adelmann an der Chirurgischen Klinik Dorpat

  • 1864 Habilitation

  • 1871 – 1878 Professor der Chirurgie in Dorpat (Nachfolger von Georg Adelmann)

  • Teilnahme am Preußisch-Österreichischen (1866), Deutsch-Französischen (1870/1871) und Russisch-Türkischen Krieg (1877/1878), Erfahrungen in der Wundbehandlung, Hirn- und Kriegschirurgie

  • ab 1878 Professor und Oberwundarzt des Julius-Spitals in Würzburg

  • 1878 „Die Behandlung der Schußwunden des Kniegelenkes im Kriege“

  • 1880 „Die Lehre von den Kopfverletzungen“

  • ab 1882 Professor der Chirurgie, Lehrstuhlinhaber (von Bernhard von Langenbeck übernommen) und Direktor der I. Chirurgischen Universitätsklinik an der Berliner Charité

Würdigung

  • 1887 Monographie „Die chirurgische Behandlung von Hirnkrankheiten“ (1. Werk über Neurochirurgie)

  • Präsident der „Deutschen Gesellschaft für Chirurgie“

  • 1904 war er einer der Mitbegründer der „Zeitschrift für ärztliche Fortbildung“ (heute „Zeitschrift für ärztliche Fortbildung und Qualitätssicherung“)

  • Ernst-von-Bergmann-Plakette für Verdienste um die ärztliche Fortbildung

  • Einführung der Asepsis bei der Wundbehandlung, in der Hirn- und Kriegschirurgie - durch den Einsatz dampfsterilisierter Verbandsmaterialien bei der Wundversorgung ging die Zahl der gefährlichen Wundinfektionen deutlich zurück

  • Er war einer der bedeutendsten deutschen Chirurgen und Pionier der Neurochirurgie