Brandenburger Spaltzentrum am Klinikum Ernst von Bergmann

Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie

 

 

Wenn die Diagnose einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte bei einem Kind gestellt wird, sind viele Eltern zunächst hilflos und fühlen sich allein gelassen, weil sie oftmals unerwartet mit diesem für sie völlig fremden Problem konfrontiert werden. Auf dieser Seite möchten wir Sie deshalb als Eltern über verschiedene Spaltformen und die modernen sowie umfassenden Therapie­möglichkeiten unseres Behandlungs­zentrums informieren, um Ihnen Ihre Sorgen und Ängste zu nehmen. Zudem entnehmen Sie unserer Seite Informationen zu unseren Sprechstunden und unserem interdisziplinären Behandlungsteam am Klinikum Ernst von Bergmann, welches für die Betreuung von Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und ihren Eltern zuständig ist.

 

Der Kreis der Betroffenen ist größer als Sie zunächst annehmen mögen, da Lippen-Kiefer-Gaumenspalten mit einer Häufigkeit von einem Neugeborenen unter 500 Geburten zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen gehören. Trotz des Aussehens weisen diese Kinder eine normale geistige Entwicklung auf. Da Lippen-Kiefer-Gaumen­spalten nicht nur das Aussehen, sondern auch so wichtige Funktionen wie Schlucken, Sprechen und Hören beeinflussen, wird die Behandlung in Form einer gemeinsamen und abgestimmten Therapie durch mehrere Fachärzte durchgeführt, wie sie in unserem Behandlungsteam zusammenarbeiten. Durch ausgereifte Behandlungsmöglichkeiten können wir auch bei ausgeprägten Spaltformen eine Normalisierung von Ernährung, Sprache und Gehör herstellen.

 

Wir können die Behandlungsziele jedoch nur gemein­sam mit Ihnen als Eltern in einer engen Zusammenarbeit erreichen. Hierzu werden wir neben den erforderlichen Operationen Kontrolltermine in bestimmten Abständen mit Ihnen vereinbaren, um die Entwick­lung Ihres Kindes zu verfolgen und die jeweils erforderlichen Behandlungsschritte, wie z. B. die Korrektur von Zahnfehlstellun­gen oder die Therapie von Hörstörungen, rechtzeitig zu beginnen. Dadurch ist es heute möglich, schon sehr früh ein funktionell und ästhetisch sehr gutes Behandlungsergebnis zu erzielen. Dabei ist es unser primäres Ziel, bis zur Einschulung alle Voraussetzungen für eine ungestörte Entwicklung mit gleichen Chancen in normaler Schulumgebung zu erreichen.

 

 

Die unterschiedlichen Spaltformen

 

Entsprechend der zeitlich versetzten Entwicklung von Lippe, Kiefer und Gaumen gibt es, abhängig von Art, Intensität und Zeitpunkt einer während der frühen Schwangerschaft einwirkenden Störung, unterschiedliche Formen und Ausprägungsgrade der Spaltbildungen. So werden aufgrund der Gesichtsentwicklung Lippen-Kieferspalten und Gaumenspalten unterschieden. Sind alle Spaltabschnitte betroffen, so spricht man von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten.

 

Insgesamt werden vier Spaltabschnitte unterschieden:         

 

1. Die Oberlippe bis zum Naseneingang

 

2. Der Kiefer, bestehend aus dem vorderen, später zahntragenden Oberkieferanteil, dem sog. Kieferkamm

 

3. Der harte Gaumen, der begrenzt wird durch den knöchernen Anteil des Gaumendaches, der gleichzeitig den Nasenboden bildet. Praktisch handelt es sich um die vordere Hälfte des Gaumens, die aus Schleimhaut und darunter liegendem Knochen besteht und unbeweglich ist.

 

4. Der weiche Gaumen (velum, lat.: das Segel) vom hinteren Rand des knöchernen Gaumens, bis zum Zäpfchen, also der hintere, bewegliche Teil des Gaumens.

 

Isolierte Lippen, Lippen-Kiefer- und Gaumenspalten treten in einer Häufigkeit von 1:500 Geburten und häufiger bei Jungen auf. Sie werden bevorzugt auf der linken Seite des Gesichtes beobachtet. Im Unterschied dazu sind die isolierten Spalten des harten und weichen Gaumens (Weichgaumenspalte, Velumspalte) mit einem Auftreten von 1:1.500 Geburten relativ selten und betreffen etwas häufiger Mädchen.

 

Lippenspalten können jeweils einseitig (rechts oder links) auf beiden Seiten des Gesichtes auftreten und unvollständig (Lippenspalte, die in der Oberlippe endet) oder vollständig (bis in den Naseneingang) ausgeprägt sein.

 

Daneben gibt es noch verdeckte Spalten, die oft nicht sofort erkennbar sind. Die Spaltbildung betrifft hier nur die Muskulatur, während die darüber liegende Haut oder Schleimhaut intakt ist. Bei den submukösen Gaumenspalten ist bei intakter Gaumenschleimhaut die für die Aussprache und die Belüftung des Ohres wichtige darunter liegende Gaumenmuskulatur in der Mitte gespalten. Unbehandelt kann die mangelnde Muskelfunktion zu Sprachstörungen und Belüftungsproblemen des Mittelohres mit evtl. daraus resultierender Schwerhörigkeit führen. Deshalb sind diese submukösen Gaumenspalten ebenso behandlungsbedürftig wie die offenen Spaltformen.

 

Trotz dieser Vielfältigkeit der Spaltformen und der unterschiedlichen Schweregrade ist der Behandlungsablauf weitgehend einheitlich. Die Reihenfolge und die Anzahl der Behandlungsschritte sind natürlich abhängig vom Schweregrad des Ausgangsbefundes, ebenso das zu erreichende Behandlungsergebnis. Deshalb dürfen Sie ein besonders gutes oder ein weniger befriedigendes Ergebnis nur unter genauer Kenntnis des Ausgangsbefundes als Beispiel für Ihr eigenes Kind heranziehen. Aus diesem Grunde ist in das ausführliche persönliche Gespräch mit den verschiedenen Fachärzten unseres Zentrums besonders wichtig, in dem wir Ihnen entsprechend des Befundes bei Ihrem Kind das erforderliche Behandlungskonzept, aber auch das zu erwartende Behandlungsergebnis umfassend erläutern.

 

 

Unser Behandlungskonzept

Beratung der Eltern und erste Untersuchung des Kindes

direkt nach Diagnosestellung Beratung der Eltern
zusätzlich nach der Geburt, sobald der Allgemeinzustand von Mutter und Kind dies erlauben

präoperative kieferorthopädische Behandlung ggf. Eingliederung der Gaumenplatte

bei der ersten Vorstellung kurz nach der Geburt, in den folgenden Tagen Kontrollen der Gaumenplatte auf Druckstellen, regelmäßige Anpassung der Gaumenplatte bis zum kompletten Spaltverschluss

Hals-Nasen-Ohren-ärztliche, phoniatrische und pädaudiologische Untersuchung und Beratung, ggf. operative Eingriffe am Ohr

bei der ersten Vorstellung kurz nach der Geburt, in regelmäßigen Abständen bis in das Erwachsenenalter

Lippenspaltverschluss (Lippenplastik) mit Nahtentfernung in kurzer Maskennarkose nach ca. 5 Tagen; ggf. Neuanfertigung der Gaumenplatte nach 3-4 Wochen

4. – 6. Lebensmonat, die Kinder sollten 5000 – 6000g Körpergewicht erreicht haben

Gaumenspaltverschluss (Gaumenplastik) – keine Nahtentfernung nötig

9. – 18. Lebensmonat

Sprachheilbehandlung

falls erforderlich, ab dem 3. – 4. Lebensjahr

kleine operative Korrekturen an Lippe und Naseneingang, sprachverbessernde Operationen (Velopharyngoplastik)

falls erforderlich mit 4 – 5 Jahren

Beginn der kieferorthopädischen Behandlung

individuell abhängig von der Ausprägung der Spaltbildung

knöcherne Überbrückung des Kieferspaltes (sekundäre Kieferspalt-Osteoplastik)

vor Durchbruch des seitlichen Schneide- oder Eckzahnes des bleibenden Gebisses (8-11Jahre)

endgültige Korrekturen an der Nase und am Gesichtsschädel, ggf. prothetische Versorgung

15 – 18 Jahre

Für die Vergabe von Terminen im Brandenburger Spaltzentrum ist das Sekretariat der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie im Gebäude G auf der Ebene 2 Ihr richtiger Ansprechpartner.

 

 
Chefarzt

Dr. med. Dr. med. dent. Thomas Teltzrow
 

Sekretariat

Heide Braumann
Tel.: 0331. 241 - 3 7602

Fax: 0331. 241 - 3 7600

 



Unsere Operateure:

Chefarzt:

Dr. med. Dr. med. dent. Thomas Teltzrow

 

 

Leitender Oberarzt:

Dr. med. Dr. med. dent. Branko Sinikovic

Team:

Oberärzte:

Dr. med. Christiane Laepple

Dr. med. Dr. med. dent. Katharina Schulze

 

Assistenzärzte:

Dr. med. dent. Juliane Blankenstein

Dr. med. Maria Gkougkoulia

Dr. med. Julia Neyer

Stephanie Schmidt

  

Sekretariat:

Frau Heide Braumann

Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

 

Entbindungsstation (F3)

Tel.: 0331. 241 - 3 5861

 

 

Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin


Chefarzt:

PD Dr. med. Dirk Pappert

 

Sekretariat:

Inge Täger

Tel.: 0331 2413 - 3 5002

 

 

Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde


Chefarzt:

Prof. Dr. med. Markus Jungehülsing


Sekretariat:

Heidrun Fortmann

Tel.: 0331 2413 - 3 5702 

 

Pädaudiologie

Claudia Petzold, Denise Ellwart:

Tel.: 0331 2413 - 3 7255

 

 

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
am Klinikum Westbrandenburg

 

Ärztlicher Leiter, Chefarzt:

Prof. Dr. med. Thomas Erler


Sekretariat:

 Birgit Woitaschek

Tel.: 0331. 241 - 3 5902

 

Kindernotaufnahme:

Tel.: 0331. 241 - 3 5919

 

Kinderstation (F2):

0331. 241 - 3 5831/-3 5931

 

Neonatologie (F4)
Oberarzt:

Dr. med. David Szekessy                                    

Tel.: 0331. 241 - 5916

 

Logopädie im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ):
Kirsten Schnelle                                                   

Tel.: 0331. 241 - 3 5978