Arachnoidalzysten

Arachnoidalzysten sind mit Nervenwasser (Liquor) gefüllte Räume im Gehirn oder Rückenmark, welche von Membranen der weichen Hirnhäute (Arachnoidea) umgeben sind. In den meisten Fällen bestehen sie schon seit Geburt – man bezeichnet diese als primäre  Arachnoidalzysten. Insgesamt sind diese Zysten gar nicht selten: 2-3 % der Kinder haben welche und wissen in den meisten Fällen nichts davon. Meist werden sie zufällig entdeckt und „wachsen sich aus“. Daher weisen auch nur etwa 1-2 % aller Erwachsenen Arachnoidalzysten auf. Seltener entstehen Arachnoidalzysten auch sekundär nach einem Trauma, Operation, Infektion oder einer Blutung im Gehirn.

 

In den wenigsten Fällen verursachen grössere Arachnoidalzysten Symptome, indem sie auf das Gehirn Druck ausüben. Dies kann zu neurologischen Störungen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel, Entwicklungs- verlangsamung (bei Kindern) und - in sehr selten Fällen – auch zu epileptischen Anfällen führen. Es gibt auch Arachnoidalzysten an den vom Rückenmark abgehenden Nervenwurzeln, welche Schmerzen auslösen können. Das Dilemma ist, dass viele dieser Symptome nicht spezifisch sind für Arachnoidalzysten. Am Beispiel Kopfschmerz kann dieses erläutert werden: Sehr viele Menschen leiden Kopfschmerzen. Davon haben einige Wenige auch Arachnoidalzysten, aber diese sind wiederum nur bei ganz Einzelnen für die Kopfschmerzen verantwortlich. Eine Behandlung der Arachnoidalzyste würde also die Kopfschmerzen nicht in allen Fällen verbessern. Daher ist die gute Selektion wirklich symptomatischer Arachnoidalzysten von grösster Bedeutung. Oftmals werden die Zysten zunächst beobachtet, um ggf. bei einer Grössenzunahme zu reagieren.

 

Zur bildgebenden Darstellung von Arachnoidalzysten eignet sich am besten das MRT (meist werden die Zysten bei einer MRT-Untersuchung, welche aus ganz anderen Gründen erfolgt, nebenbei entdeckt).

 

Ziel der Behandlung einer symptomatischen Arachnoidalzysten ist die Verkleinerung der Zyste indem ihre umgebenden Membranen gefenstert werden, um so den Wieder-Abfluss des Liquors zu ermöglichen. Dies nennt sich Marsupialisation und kann endoskopisch oder mikrochirurgisch erfolgen. In manchen Fällen ist auch der Liquor-Abfluss über ein Shunt-System notwendig; mehr dazu hier.