Hydrozephalus

Beim Hydrozephalus (griechisch hydōr Wasser; kephalos Kopf) handelt es sich um eine vermehrte Ansammlung von Gehirnwasser (Liquor) im Kopf. Pro Tag werden im Inneren des Gehirns ca. 300 ml Liquor gebildet, welcher durch mehrere Kammern (Ventrikel) fliessen muss, bevor er im Sinne eines Kreislaufs anschliessend in der Peripherie resorbiert werden.

 

Ist dieser Kreislauf gestört entweder durch eine mechanische Behinderung des Liquor-Abflusses (z.B. durch einen Tumor) oder durch eine verminderte Liquor-Resorption (z.B. nach einer Blutung oder einer Infektion im Kopf), kommt es zu einer Drucksteigerung im Kopf, weshalb ein alternativer Abfluss geschaffen werden muss. Es gibt noch ein weiteres Krankheitsbild, den sogenannten Normaldruckhydrozephalus. Hierbei ist - wie der Name schon verrät - der Druck im Kopf die meiste Zeit normal. Häufig sind die Patienten fortgeschrittenen Alters und entwickeln eins oder mehrere der folgenden Symptome: Gehstörungen, Vergesslichkeit, Inkontinenz. Oft stellen Neurologen die Diagnose mittels eines Liquorablassversuches, bei welchem probehalber Liquor über eine Nadel im Rücken abgelassen wird. Die oben genannten Symptome können sich nach der Operation teilweise gut zurückbilden.

 

Neurochirurgischerseits stehen prinzipiell zwei Optionen zur Behandlung des Hydrozephalus zur Verfügung: Der Shunt und die endoskopische Drittventrikulostomie. Die Auswahl des operativen Verfahrens hängt vom genauen Krankheitsbild ab.

 

 

Shunt

Dies ist ein Schlauch, welcher von den inneren Kammern des Gehirn unter der Haut in den Bauchraum (in selteneren Fällen auch in die Brusthöhle oder den Herzvorhof) gelegt wird. Ein mit eingebautes Ventil, welches auch nach der Operation individuell eingestellt werden kann, regelt die Abflussgeschwindigkeit. Viele Shuntsysteme verfügen auch über einen sogenannten Gravitationsassistenten, welcher dafür sorgt, daß sich der Liquorabfluß der Schwerkraft bei veränderten Körperpositionen anpasst.

 

 

Endoskopische Drittventrikulostomie

Hinter diesem langen Wort verbirgt sich ein elegantes Verfahren, bei welchem über ein kleines Loch eine Kamera (Endoskop) in die inneren Hirnkammern eingebracht wird, um in der Tiefe eine neue Abflussöffnung für den Liquor unter Sicht zu schaffen. Der große Vorteil ist, dass nach dieser Operation kein Fremdmaterial im Körper verbleibt und sich weitere Änderungen der Ventileinstellung erübrigen. Ob die endoskopische Drittventrikulostomie möglich ist, hängt wie gesagt vom Einzelfall ab.