Hypophyse

Die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) ist eine etwa erbsengroße Struktur an der Unterseite des Gehirns, ca. 7-8 cm hinter der Nasenwurzel, genau in der Mitte des Schädels in einer Auskehlung der knöchernen Schädelbasis gelegen. Sie steuert durch Ausscheidung von Steuerungshormonen wichtige Vorgänge des Körpers wie Wachstum, Energiehaushalt und Stressreaktion, Stoffwechsel und Prozesse der Fortpflanzung. Damit sind noch nicht alle Funktionen dieser faszinierenden Drüse genannt. In der Hirnanhangdrüse können sich sogenannte Hypophysenadenome bilden. Dabei handelt es sich um gutartige Tumoren, welche ungefähr 10% alle Tumoren im Schädelinneren ausmachen. Je nach Grösse des Adenoms unterscheidet man Mikroadenome (kleiner als 1cm) von Makroadenomen (grösser als 1cm). Die Adenome können hormonbildend oder nicht-hormonbildend sein. Daher muss in jedem Fall eine Hormondiagnostik erfolgen. Neben Hormonstörungen kann es – bei ausgeprägtem Grössenwachstum – durch lokale Kompression der Sehbahn auch zu Ausfällen im Gesichtsfeld und zu weiteren Symptomen kommen.

Viele Hypophysenadenome bedürfen lediglich regelmäßiger Kontrollen. In manchen Fällen kann ein Hypophysenadenom, wenn es sich um ein sogenanntes Prolaktinom handelt, mit einem Medikament behandelt werden. Wenn eine Operation erforderlich sein sollte, dann wird diese meist mit dem Mikroskop oder einem Endoskop durch die Nase operiert (sogenannter transsphenoidaler Zugang).
Unsere Patienten werden in unserer Hypophysensprechstunde am MVZ in enger Kooperation mit den hiesigen Endokrinologen auch ambulant betreut.