Schädel - Hirn - Trauma (SHT)

Unfälle mit Kopfverletzung durch z.B. Stürze oder im Straßenverkehr können zu einem Schädel – Hirn – Trauma (SHT) unterschiedlichen Schweregrades führen. Die Einteilung in ein leichtes („Gehirnerschütterung“), mittleres oder schweres SHT erfolgt anhand des klinischen Zustandes des Patienten. Leider sind mittlere und schwere SHT mit einer Inzidenz von 13,6/100.000 Einwohner nicht selten.

Die Behandlung des mittleren und schweren SHT erfolgt in der Regel zunächst auf einer Intensiv– oder Überwachungsstation. Hier wird die Betreuung durch ein interdisziplinäres Team gewährleistet, welches neben den Neurochirurgen auch aus Intensivmedizinern, Anästhesisten, speziell geschultem Pflegepersonal und ggf. auch ärztlichen Kollegen weiterer Fachdisziplinen, wenn noch weitere Verletzungen vorliegen, besteht.

Bei einem Schädel – Hirn – Trauma kann es zu Verletzungen von Schädelknochen, Gehirngewebe und -gefäßen kommen. Je nach Schwere der Verletzungen kann eine Operation notwendig sein. Diese muss unter Umständen auch notfallmäßig sofort erfolgen. Ziel der Operation ist es, das geschädigte Gehirngewebe zu schützen, indem zum Beispiel Blutergüsse entfernt oder Schädelbrüche gerichtet werden. Bei Verdacht auf erhöhten Druck im Schädelinneren muss manchmal eine kleine Sonde (Hirndrucksonde) zur kontinuierlichen Messung des Druckes eingesetzt werden oder auch manchmal operativ Platz für das anschwellende Gehirn geschaffen werden.

Einen wichtigen Stellenwert bei schwer betroffenen Patienten nimmt die Frührehabilitation ein, welche bereits auf der Intensivstation begonnen wird. Hier steht ein Team aus Logopäden, Physio –und Ergotherapeuten zur Seite.

Die Prognose nach SHT richtet sich nach der Schwere der Verletzung sowie den Begleitverletzungen. Das leichte SHT hat insgesamt eine sehr gute Prognose, obwohl auch hier Kopfschmerzen, Müdikeit und Konzentrationsschwäche in der Folge nicht unterschätzt werden dürfen. Etwa die Hälfte aller Patienten mit einem mittleren oder schweren SHT werden einer neurologischen Rehabilitation zugeführt. Wiederum ungefähr die Hälfte dieser rehabilitierten Patienten kehrt später in ein weitestgehend selbstständiges Leben zurück.